Ein gutes Dämmdoppel: Sprühdämmung und Mineralfaser

Dämmung braucht Entscheidungseffizienz

Ein gutes Dämmdoppel: Sprühdämmung und Mineralfaser

Mit der Sonderausgabe ‚Energie und Effizienz- Wärmedämmung und Sanierung‘ hat die Welt am Sonntag mit den Beiträgen ‚Grünes Potenzial‘ und ‚Auf den Dämmstoff kommt es an‘ die Steilvorlage für meinen Hybriddämm Dämmblog geliefert. Zum einen wird mit der Aussage: ‚Ohne Wärmedämmung funktioniert die Energiewende nicht‘, konstatiert, was an dieser und anderer Stelle wie z.B. dem IpeG-Institut wiederholt festgestellt wurde. Doch braucht es zur Umsetzung wirklich mehr Förderung? Ist eine energetische Sanierung für Haus-, Immobilienbesitzer und Gewerbetreibende nur dann zu bezahlen, wenn sie subventioniert wird? Warum?

Wärmedämmung – durchaus bezahlbar

Es gibt über 200 Dämmstoffe und fast 70 Dämmsysteme. Darunter etliche, um Geschoss- und Kellerdecken, Hohlräume, Dachschrägen und Wände wärmewirksam stabil zu dämmen, ohne sehr tief in die Tasche greifen zu müssen. Die Kosten einer Ein- bzw. Aufblasdämmung bei einer Oberen Geschossdecke von z.B. 100 qm/ 28 cm mit dem Einblasdämmstoff Zellulose liegen bei fachgerechter Ausführung bei ca. € 2.500. Gleiches Verfahren, Material und Richtpreis gilt für Dielenböden auf Holzunterkonstruktion bei Räumen direkt über einem unbeheizten Keller. Eine Kellerdecke mit substanziell schwierigem Untergrund, mit vielen Leitungen und geringer Deckenhöhe lässt sich -besonders wenn es sich um eine Gewölbe-/Kappendecke handelt- besonders schlank mit PU-Ortschaum bei ebenfalls 100 qm für ca. € 3.500 bis € 4.800 dämmen. Geschoss- und Kellerdecken von Schulen lassen sich so auch bei klammer Kassenlage wirtschaftlich dämmen. Bei beiden Bauteilen amortisiert sich die Maßnahme schneller als manches Sanierungsvorhaben entschieden wird.

Wände lassen sich ebenfalls mit Mineralwolle dämmen: Für das zweischalige Mauerwerk und einem Hohlraum von ab 4 cm stehen Kerndämmstoffe aus Glaswolle –also mineralisch- zur Verfügung, die ebenfalls eingeblasen werden. Wird bei einer Grundsanierung die Vorsatzschale entfernt, kann das freigelegte Mauerwerk entweder komplett fugenlos mit PU- Ortschaum –also im Sprühdämmverfahren- oder in Kombination mit Fasermatten gedämmt werden. Bei einer vorgehängten Fassade oder neuen Vorsatzschale werden Mineralfasermatten über die Sprühdämmung montiert, bevor die neue Fassade hochgezogen wird. Auch hier liegen die Kosten für die Dämmung deutlich unter € 8.000. Bei Ein- und Zweifamilienhäusern braucht es keine ‚sowieso‘ Aktion (also sonstigen Maßnahmen) um wirtschaftlich zu dämmen. Denn die Verfahren kommen ganz ohne Einrüstung und große Baustellen-Belastung während der Ausführung aus. Eigentlich eine einfache Entscheidung.

Eigentlich-denn wer Förder- und Finanzierungsprogramme nutzen will, muss viele Hürden nehmen und noch mehr Zeit investieren, um am Ende ein paar  Euro zurück zu bekommen. Bei einer KFW Förderung wird für manche Bauteile eine dickere Dämmung gefordert, als es sinnvoll und nach EnEV nötig ist. Was die Sache häufig unwirtschaftlicher macht und die Entscheidung einer Umsetzung erheblich verzögert.

Wir stellen fest, dass immer mehr Hausbesitzer, die wissen was und wie sie dämmen wollen, zwischen acht und fünfzehn Monate länger für ihre Entscheidung benötigen, weil sie auf Förderzusagen oder Genehmi-gungen warten. Und das, für eine Dämmmaßnahme, die in einem Tag fachmännisch und energieeffizient durchgeführt werden kann. Für Architekten und Planungsbüros, die komplexe energetische Sanierungsvorhaben umsetzen wollen, sieht es oft nicht besser aus. Genehmigungsverfahren dauern oft so lange, dass dem Bauherrn die Lust daran vergeht.  

Dennoch – ich möchte den Blog nicht beenden, ohne ein positives Beispiel in Sachen Entscheidungseffizienz und Verantwortung anzuführen:

Ein schwieriges Klientel – Eigentumsgemeinschaften. In diesem Fall hatte die Verwaltungsgesellschaft, die Möglichkeiten der Dämmung der Geschossdecke zu prüfen. Zur Entscheidung standen die Plattendämmung versus Einblasdämmung inkl. Begehbarkeit. Hybriddämm hat beide Verfahren auf Machbarkeit geprüft und beides im Vergleich angeboten. Die Einblasdämmung kann ca. 40 % günstiger als eine Plattendämmung ausgeführt werden. Darüber hinaus ist sie fugenlos realisierbar. Nachdem nun die Entscheidung über das Wie getroffen wurde, hat die Verwaltung entschieden, die Kosten für die Dämmung aus dem Etat für Instandhaltung und Modernisierung zu tragen, anstatt sie wie möglich auf die Eigentümer umzulegen. Im Gegenzug deckt die Verwaltungsgesellschaft die angefallenen Kosten über die eingesparten Energiekosten ab – bis die Kosten der Dämmung getilgt sind. Von da an können sich die Wohnungseigentümer über geringere Energiekosten freuen. Manchmal sollte man vielleicht einfach nur dem Instinkt folgen und eigenverantwortlich Entscheidungen treffen. Oder glauben Sie wirklich, dass jemand anderes als der Haus- Wohnungseigentümer selbst für den energetischen Zustand seines Gebäudes verantwortlich ist?